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Dr. Elmar Basse. - Psychologische Praxis für Beratung, Coaching und Therapie. Paartherapie, Eheberatung, Partnerschaftsberatung. Glockengießerwall 17, 20095 Hamburg, Tel. 040-33313361 ww.pp-praxis.de www.hamburg-eheberatung.de www.partnerschaftsberatung-eheberatung.de
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”Effenberg schaute Vogts nun an wie einer, der ein bißchen Verständnis erwartet. Er aber sagte: ”Du kannst nicht die Geste machen.” Ich: ”Trainer, natürlich war es in der Hitze eine Überreaktion. Das ist so, als wenn du im Auto dreimal geschnitten wirst von einem Idioten, da sagst du: ”Spinnst du?” oder zeigst den Finger.” Vogts: ”Das kann ich nicht verstehen. Die Zuschauer zahlen schließlich viel Geld für so eine Reise.” Ich sagte: ”Sie müssen auch mich verstehen. Sie können sich nicht nur auf die Seite der Zuschauer schlagen. Sie müssen auch die Seite des Spielers verstehen.”” (39)
”CDU-Generalsekretär Peter Hintze bezeichnete den daraufhin erfolgten Rauswurf Effenbergs als ”konsequent und richtig”. Die Nationalspieler hätten eine Verpflichtung zum Vorbildcharakter und seien in den USA Vertreter ihres Landes. Die SPD sieht den Fall anders: ”Herr Effenberg hat zwar eine dreiste Art”, so der sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete Michael Müller, ”aber er hat weder goldene Löffel geklaut noch dem Bundestrainer eine Ohrfeige erteilt oder sich ähnliche Schandtaten zuschulden kommen lassen.” Die Tatsache, daß der Spieler in der Hitze des Gefechtes dem Publikum den Mittelfinger seiner Hand gezeigt hatte, würde eine solche Bestrafung nicht rechtfertigen. Nicht Stefan Effenberg, sondern Bundestrainer Berti Vogts sei der ”WM-Versager”. Er sei seinem Job nicht gewachsen. Auch Franz Beckenbauer, Vogts’ Vorgänger als Nationalcoach, bezeichnete die Maßnahme als ”überzogen”. Sportbund-Präsident Hans Hansen und DFB-Vize Gerhard Meyer-Vorfelder wiederum befürworteten den Rauswurf. In einer TED-Umfrage der ARD stimmten ihm 54 Prozent der Anrufer zu. 46 Prozent halten die Verbannung für falsch.” (40)
Wenn wir Erwartungen diskutieren und unsere eigenen Wünsche begründen, erheben wir eine Art ”Wahrheitsanspruch”: Wir fordern, zumindest in der Regel, nicht einfach irgendetwas ein, sondern argumentieren für die Erwartung, untermauern sie mit Gründen.
Und in Eheberatung und Paartherapie gibt es regelmäßig den Wunsch, der andere solle doch einen Grund nennen, warum er sich dies oder jenes wünsche - denn wenn der Grund akzeptabel sei, dann könne die Erwartung umgesetzt werden.
Und selbst wenn die eigene Erwartung ohne weiteres akzeptiert wird, meldet sich in uns der Wunsch, dem anderen doch auch deutlich zu machen, warum die Erwartung berechtigt ist. Wir wollen gerne ”Wahrheiten” teilen und nicht ganz alleine stehen mit unserer jeweiligen Sicht auf die Welt:
(39) Sport-Bild vom 6.7.1994: ”Stefan Effenberg. Das Tagebuch eines Verstoßenen”, S. 18 (40) Hamburger Abendblatt vom 30.06.1994
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